Eine bescheidene Limousine im Smoking von Vignale „Autos wie dieses werden heute einfach nicht mehr gebaut.“ Dieser Satz wird viel zu oft verwendet, doch in diesem Fall trifft er vollkommen zu. Die Ära der handgefertigten, federleichten italienischen Sportwagen liegt längst hinter uns, und genau deshalb ist dieser Fiat 1100 Vignale Desirée eine so faszinierende Erinnerung an eine verlorene Tradition. Man nehme den ehrlichen Alltagswagen Fiat 1100, kleide ihn in die makellos gestaltete Karosserie von Giovanni Michelotti, und schon hat man einen charmanten kleinen Sedan voller maßgeschneiderter Details.
Fiat und Carrozzeria Vignale gelang es, ein Coupé mit der Eleganz und Präsenz eines weitaus teureren Grand Tourers anzubieten – damals ein kluger Schachzug, heute eine seltene und höchst reizvolle Entdeckung. Dieses besondere Exemplar hat jedoch eine zusätzliche historische Dimension, die es von „interessant” zu wirklich bedeutend erhebt. Eine Mille-Miglia-Geschichte hinter den Kulissen
Dieses 1956 gebaute Auto ist eines von nur drei Exemplaren, die von Fiat mit der ausdrücklichen Absicht in Auftrag gegeben wurden, an der Mille Miglia teilzunehmen. Das Werksteam verbesserte sowohl das Fahrwerk als auch den Touring Veloce-Motor und stattete das Auto mit einer Reihe von wettbewerbsorientierten Verbesserungen aus – insbesondere mit dem äußerst seltenen Weber 36 DCLD3 Doppelvergaser, der mit denen identisch ist, die in zeitgenössischen Ferraris und Maseratis verbaut wurden.
Die Ergebnisse sprachen für sich: Siege sowohl in der Klasse Touring Special 1100 (Mandrini/Bertrassi) als auch in der Klasse Touring Prepared 1100 (Faggi). Ein bescheidener Fiat 1100, ja – aber mit einer sehr realen Motorsport-Tradition.
Ein Auto, das den schönsten Rasen würdig ist Dieses Fiat 1100/103 E TV Desirée Coupé in eleganter silber-schwarzer Zweifarbenlackierung feierte 1956 auf dem Turiner Autosalon sein Debüt. Es wurde sofort an seinen ersten Besitzer verkauft, der es fast sechzig Jahre lang in Ehren hielt. Nach einer gründlichen Restaurierung im Jahr 2014 blieb das Auto einige Zeit in Italien und der Schweiz, bevor es nach seiner Teilnahme an der Mille Miglia 2016 seinen Weg zum Sammler Robert Pass in den Vereinigten Staaten fand.
Er wurde umgehend zum Pebble Beach Concours d'Elegance eingeladen – keine Kleinigkeit –, trat jedoch nach weiteren Arbeiten schließlich 2018 beim Amelia Island Concours d'Elegance in Erscheinung. Im Jahr 2022 kehrte der Desirée nach Europa zurück und ließ sich in Belgien nieder, wo er beim Antwerp Concours d'Elegance 2023 eine besondere Erwähnung der Jury erhielt. Er wird von einem FIVA-Ausweis begleitet und ist natürlich im Mille Miglia Registro gelistet. Das Auto verfügt noch über seine originalen italienischen Nummernschilder, seine Carta di Circolazione und seinen werkseitigen Werkzeugsatz. Mechanisch ist er in einem ausgezeichneten Zustand, fährt sich mit seinem Viergang-Schaltgetriebe lebhaft und spritzig und rollt auf Borrani-Speichenrädern. Der Innenraum ist ein zeitgenössisches Vergnügen: zweifarbige Polsterung, ein klassisches Dreispeichenlenkrad und ein authentisches Condor-AM-Radio. Alles an ihm fühlt sich richtig, stimmig und auf eine ruhige Art besonders an – genau die Art von Fiat, die ein echter Kenner sich wünscht.
Eine Frage des Timings Wie so oft bei wirklich seltenen Fahrzeugen mit Karosseriebau hat sich der Markt eine Verschnaufpause gegönnt. Die jüngste Korrektur hat diesen Desirée wieder auf ein Niveau gebracht, das realistisch ist und seinem eigentlichen Wert entspricht. Für den informierten Sammler ist dies kein Moment zum Zögern, sondern zum Positionieren.
Die Grundlagen – Design, Seltenheit (drei Exemplare gebaut), Herkunft, Concours-Geschichte – bleiben unverändert. Nur der Einstiegspreis hat sich verschoben. Eine seltene Gelegenheit also für Enthusiasten, die ein besonders charmantes Beispiel italienischer Karosseriebaukunst zeigen, fahren und schätzen möchten. Wir würden uns freuen, Sie in unserem neuen Showroom in Ternat begrüßen zu dürfen, um ihn persönlich zu erleben.