„Die Rache der Spiegelei-Scheinwerfer“
Porsche 996 GT3 Cup
Ehemaliges Fahrzeug von Asch, Werner und Huisman
Einsatzbereit für NLS, Supercar Challenge, Ferdinand Cup und Le Mans Classic
Von allen Markenpokal-GT-Serien, die in den letzten drei Jahrzehnten weltweit entstanden sind, gilt der Porsche Cup weithin als die Königsklasse. Mit buchstäblich Dutzenden nationaler und regionaler Porsche Carrera Cups und Porsche Sprint Challenges, die ihren Höhepunkt im Porsche Supercup als Rahmenrennen zum Grand Prix finden, hat die Stuttgarter Marke eine eigene Talentreppe für aufstrebende junge Fahrer sowie für Gentleman-Driver geschaffen, die den Sprung in den markenübergreifenden Sportwagenrennsport und schließlich nach Le Mans anstreben.
Tatsächlich trugen die verschiedenen Porsche-Cups ebenso viel dazu bei wie der Le-Mans-Sieg 1998 mit dem 911 GT1 im 996-Design, den Ruf von Weissach als führende Kraft in der Sportwagenentwicklung wiederherzustellen, als sich die Porsche AG um die Jahrtausendwende von einer schwierigen Lage erholte. Damals stieß die 996-Generation des Porsche-Basismodells 911 mit ihren „Spiegelei“-Scheinwerfern auf Ablehnung, und ihr Designer Harm Lagaaij sprach offen davon, dass Kosteneinsparungen die treibende Kraft hinter ihrer Einführung waren. Heute, da der wassergekühlte 996 unter Kennern eine Art Wiederaufwertung erlebt, ist der Niederländer stolz auf das Design, das er 1997 entworfen hat.
Der 996 blieb bis 2006 das Rückgrat der verschiedenen Cup-Serien von Porsche, selbst nach der Einführung des 997 im Jahr 2004, da der Turbo S, der GT2 und der GT3 – auf denen das Cup-Auto basierte – noch zwei weitere Jahre lang produziert wurden. Dieses spezielle Exemplar erblickte 2003 das Licht der Welt, als es am 17. Januar in Weissach an das Porsche Zentrum München ausgeliefert wurde.
In den folgenden drei Jahren wurde das Auto im Porsche Carrera Cup Deutschland für verschiedene Fahrer, darunter Günther Blieninger und Oleg Kesselman, eingesetzt. Im Jahr 2004 starteten Kesselman und Ivano Giuliani damit zudem bei zwei Supercup-Rennen in Monaco bzw. Monza. Da der PCCD zu dieser Zeit im Rahmenprogramm der DTM stattfand, wurde 2005 DTM-Star Roland Asch verpflichtet, um das Auto gemeinsam mit dem WTCC-Fahrer Duncan Huisman und dem Porsche-Nachwuchstalent Dirk Werner als zweiter Fahrer in einem Zweierteam zu fahren. Neben Jochen Rohr traten Huisman und Werner auch mehrfach im Supercup an. Unter verschiedenen Teamnamen (MRS-Team PZM, Yarpivo Racing MRS und MRS PC-Service Team) wurde dieser 996 GT3 Cup dem renommierten Porsche-Team MRS (Molitor Racing Systems) von Karsten Molitor anvertraut, das bis heute als MRS GT-Racing in der 24H-Serie und im Prototype Cup Germany aktiv ist. Seit 2008 befindet er sich im Besitz seines derzeitigen Eigentümers, der ihn zunächst in mehreren Läufen des Deutschen Cups einsetzte, bevor er 2011 in die VLN wechselte.
Da er seit 2008 von Joos Sportwagentechnik gewartet und betreut wurde, ist das Fahrzeug heute für eine Vielzahl von Rennserien zugelassen, von modernen Meisterschaften wie der NLS, der Supercar Challenge oder dem Belcar Endurance Cup bis hin zu verschiedenen Porsche-basierten Serien wie dem Ferdinand Cup Next Gen, der Porsche Club Historic Challenge GLP und dem Porsche Classic Cup bei Le Mans Classic.