Das Wort "seltsam" wird nicht oft verwendet, wenn es um BMW-Autos geht, es sei denn, es geht um neue Modelle dieser Marke, wie den X7 oder den 7 Series. Es gab zwar auch die Kreationen von Chris Bangle.

Noch länger her, in den 1960er Jahren, gab es die BMW 501 Limousine, die als "Barockengel" bekannt war. Ihr klobiges Aussehen war eine ihrer vielen Schwächen. Die kleine Schwester des Fahrzeugs, die Isetta, ein Blasenauto italienischer Herkunft, war ein weiteres Designexperiment besonderer Art. Aber im letzten halben Jahrhundert hat BMW mit Ausnahme des C1 Roof Rider und des Z3 Coupe nichts Unkonventionelles geschaffen. Letzteres war eine Hartdachversion eines in den USA hergestellten Roadsters. Dieses Modell war so ungewöhnlich, dass viele dachten, es handele sich um einen Prototyp aus der Technikforschung und nichts weiter.

Meistens hatten sie Recht. Die Legende besagt, dass dieses Auto ursprünglich nicht in den Produktionsplänen von BMW vorgesehen war. Es begann als ein internes Projekt, an dem die Ingenieure nur zum Vergnügen arbeiteten. Sie wollten ein steifes Dach auf dem Z3 Roadster installieren. Die Steifigkeit des offenen Zweisitzers war vor allem notwendig, um das Handling zu verbessern. Der M3-Motor, den die BMW Motorsport-Abteilung 3 in den M Roadster einbaute, bildete da keine Ausnahme.

BMW Z3 M Coupe
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© BMW
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Die Leistung des Z3 M Roadster enttäuschte nicht, aber es war kein perfekt kontrollierbares Biest. Deshalb haben sich die BMW Ingenieure Gedanken darüber gemacht, wie sich der Z3 verändern würde, wenn sein Dach so stabil wäre wie sein Boden. Das Ergebnis ist das Z3 Coupé, das oft auch als BMW M Coupé bezeichnet wird. Seine Karosserie wurde dreimal steifer als die der offenen Karosseriereihe.

Die Tatsache, dass dieses Auto nicht in einem Designstudio, sondern in einer Ingenieurswerkstatt entstanden ist, zeigt sich im Aussehen des M Coupés. Wegen seiner seltsamen Formen wird es einfach "Clownsschuh" genannt. Die einen lieben dieses Design, die anderen hassen es.

BMW Z3 M Coupe
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© BMW
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Das Auto hatte auch einige Unannehmlichkeiten und war nicht praktisch (aber was will man von einem Coupé?). Zum Beispiel hatte das Auto keine Rücksitze, obwohl die Länge des Daches und der Seitenfenster etwas anderes vermuten lassen. Da der gesamte hintere Teil der Kabine mit Teppichboden ausgelegt war, gab es nicht viel Platz für Gepäck.

BMW Z3 M Coupe
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© BMW
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Doch für diejenigen, die die leistungsstärkste Version dieses Mutanten kauften, waren diese Mängel kaum von Belang - das M Coupé war einzigartig zu fahren. Mit einem 3,2-Liter-Sechszylinder-Motor mit 321 PS wog das M Coupé 120 kg weniger als der M3 mit 343 PS. Das kleine Coupé war etwas langsamer, aber es sah viel schicker aus. Die Tatsache, dass es zu nichts anderem taugte, als superschnell zu fahren, trug zum absoluten Vergnügen an diesem Auto bei.

BMW Z3 M Coupe
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Zwischen 1998 und 2002 waren von den insgesamt 294.537 produzierten Z3 nur 16.806 Coupés, von denen nur 6.291 mit M-Motoren ausgestattet waren. Eine solche Seltenheit, kombiniert mit dem ihm eigenen Überraschungsmoment sind die Hauptgründe, warum diese seltsame Kreation so begehrt ist. In gutem Zustand können die Besitzer eines BMW M Coupés locker 60.000 Dollar verlangen.